Apotheken kämpfen mit steigenden Löhnen und drohenden Tarifkonflikten bis 2027
Maximilian SchönlandApotheken kämpfen mit steigenden Löhnen und drohenden Tarifkonflikten bis 2027
Apotheken in ganz Deutschland stehen unter wachsendem finanziellen Druck, da Tarifverträge bald auslaufen. Durch steigende Mindestlöhne und jüngste Lohnerhöhungen sind die Budgets bereits stark belastet – 2026 stehen neue Verhandlungen an. Die aktuellen Verträge, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten enden, werden Gewerkschaften und Arbeitgeber bald wieder an den Verhandlungstisch bringen.
Die jüngste Lohnerhöhung um drei Prozent, die zu Beginn des Jahres 2026 in Kraft trat, verursacht durchschnittliche Mehrkosten von 9.500 Euro pro Apotheke und Jahr. Hinzu kommt die gesetzliche Anhebung des Mindestlohns auf 13,90 Euro im Jahr 2026, gefolgt von einem weiteren Anstieg auf 14,60 Euro für 2027 – ein Plus von 17,6 Prozent innerhalb von zwei Jahren.
Während das bestehende Adexa-ADA-Abkommen am 31. Dezember 2026 ausläuft, endet die Vereinbarung für Sachsen zum gleichen Zeitpunkt. In Nordrhein-Westfalen läuft der Vertrag mit der TGL bereits früher ab, und zwar am 30. Juni 2026. Daten dazu, wie ähnliche Branchen seit 2024 mit diesem Lohndruck umgegangen sind, liegen nicht vor.
Die Gewerkschaft Adexa hat bereits signalisiert, dass sie bereit ist, die Gespräche aufzunehmen, sobald die aktuellen Verträge auslaufen. Da keine Entlastung für die Apotheken in Sicht ist, werden die anstehenden Verhandlungen voraussichtlich darauf abzielen, faire Bezahlung mit den begrenzten finanziellen Spielräumen des Sektors in Einklang zu bringen.
Die Branche steht vor einer doppelten Herausforderung: höhere gesetzliche Mindestlöhne und bevorstehende Tarifverhandlungen. Die Erhöhung des Mindestlohns 2027 wird die ohnehin schon angespannten Budgets weiter belasten. Neue Vereinbarungen müssen diese Druckfaktoren berücksichtigen und gleichzeitig sicherstellen, dass die Löhne für das Personal wettbewerbsfähig bleiben.






