09 May 2026, 12:19

AfD-Politiker Tillschneider provoziert mit Rede zum 8. Mai als "Amputation deutscher Kultur"

Offenes Buch mit handgeschriebenen Tagebucheinträgen eines deutschen Soldaten, der im Zweiten Weltkrieg getötet wurde, gefüllt mit detailliertem Text.

AfD-Politiker Tillschneider provoziert mit Rede zum 8. Mai als "Amputation deutscher Kultur"

Dr. Hans-Thomas Tillschneider, stellvertretender Vorsitzender der AfD in Sachsen-Anhalt, hielt eine umstrittene Rede zum 81. Jahrestag der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus. Zwar erkannte er das Ende des NS-Regimes an, kritisierte jedoch die deutsche Nachkriegsgeschichtsschreibung als „Schuldkultur“, die die nationale Identität verzerre.

Anlässlich des Gedenktages bezeichnete Tillschneider die militärische Niederlage von 1945 als „Amputation riesiger deutscher Kulturlandschaften“. Er argumentierte, die Deutschen hätten sich im Nachhinein mit den alliierten Siegermächten identifiziert, um der eigenen Schuld auszuweichen. Seine Äußerungen stießen auf scharfe Kritik; Gegner warfen der AfD vor, die Wehrmacht zu verherrlichen, statt die Befreiung anzuerkennen.

Die berühmte Rede des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker aus dem Jahr 1985, die den 8. Mai als „Tag der Befreiung“ deutete, bezeichnete Tillschneider als „geistige Kapitulation“. Stattdessen forderte er eine „normale deutsche Identität“, frei von dem, was er als „eingebildete Kollektivschuld“ bezeichnete. Unter Berufung auf den verstorbenen Politiker Franz Josef Strauß beschrieb er die fortwährende Auseinandersetzung mit der Vergangenheit als „ewige Vergangenheitsbewältigung als Dauerbuße“.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Kritiker verurteilten die Haltung der AfD als geschichtsrevisionistisch und warfen der Partei vor, sie betraure den Verlust deutscher Militärmacht, statt die Verbrechen der NS-Zeit oder die Bedeutung der Befreiung zu reflektieren. Tillschneiders Rede fache die Debatte über das deutsche Geschichtsbild erneut an. Seine Ablehnung kollektiver Schuld und seine Kritik an der Nachkriegsnarrative stellen ihn in Gegensatz zur vorherrschenden Deutung des 8. Mai 1945. Die Kontroverse zeigt, wie tief die Gräben bei der Frage bleiben, wie Deutschland an seine Vergangenheit erinnern soll.

Quelle