Abschiebung einer Uigurin aus Niedersachsen wirft Fragen an Deutschlands Asylpraxis auf
Maximilian SchönlandAbschiebung einer Uigurin aus Niedersachsen wirft Fragen an Deutschlands Asylpraxis auf
Eine uigurische Frau aus Niedersachsen wurde nach China abgeschoben, obwohl sie angeblich die türkische Staatsbürgerschaft besaß. Der Fall steht im Zusammenhang mit einer Zunahme von Abschiebungen aus Deutschland nach China in den letzten Jahren. Seit ihrer Rückkehr schweigen die Behörden über die Situation der Frau.
2023 schob Deutschland 59 Menschen nach China ab. Im folgenden Jahr stieg die Zahl auf 68. Bis Ende August 2025 waren bereits weitere 45 Personen dorthin zurückgeführt worden.
Das deutsche Innenministerium gibt keine Auskunft darüber, was mit Abgeschobenen nach ihrer Ankunft in China geschieht. Für das Jahr 2025 existieren keine öffentlichen Aufzeichnungen über die Gesamtzahl der nach China Abgeschobenen.
Unterdessen hatte das Auswärtige Amt zuvor Thailand dafür kritisiert, Uiguren nach China abzuschieben. Es argumentierte, solche Maßnahmen verstießen gegen das Völkerrecht, insbesondere gegen das Non-Refoulement-Prinzip, das es verbietet, Menschen in Länder zu bringen, in denen ihnen Verfolgung droht.
Die Abschiebung der uigurischen Frau wirft Fragen nach Deutschlands eigener Einhaltung internationaler Schutzbestimmungen auf. Während die Behörden ähnliche Schritte anderer Staaten verurteilt haben, äußerten sie sich nicht zu Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der nach China Rückgeführten. Die mangelnde Transparenz lässt die Zukunft der Abgeschobenen nach ihrer Ausreise aus Deutschland im Unklaren.