Abayomi Bankole: Ein Leben gegen Rassismus in Hannover – zwischen Hoffnung und Bedrohung
Janos PieperAbayomi Bankole: Ein Leben gegen Rassismus in Hannover – zwischen Hoffnung und Bedrohung
Abayomi Oluyombo Bankole – ein Leben im Kampf gegen Rassismus in Hannover
Abayomi Oluyombo Bankole, ein Nigerianer, der 1972 nach Deutschland kam, engagiert sich seit Jahrzehnten gegen Rassismus in Hannover. Zwar wurde er zunächst freundlich aufgenommen, doch später erlebte er als erster afrikanischer Taxifahrer der Stadt zunehmend Feindseligkeit. Für seine Integrationsarbeit erhielt er 2018 das Bundesverdienstkreuz – doch aktuelle Entwicklungen lassen ihn heute bedrohter denn je fühlen.
Vor über 50 Jahren kam Bankole mit der Hoffnung auf einen Neuanfang nach Deutschland. Stattdessen begegnete ihm früh Rassismus: Kollegen riefen ihm zu, er solle „zurück in den Dschungel“ gehen, und er beobachtete, wie die Polizei einen afrikanischen Mann kontrollierte, nur um zu überprüfen, ob ihm das Fahrrad, das er fuhr, wirklich gehörte.
Seine Antwort darauf? Brücken bauen. Er organisierte Fußballspiele zwischen afrikanischen Communities und der örtlichen Polizei, um Vertrauen aufzubauen. Zudem initiierte er ein interkulturelles Weihnachtsfest, das Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen zusammenbrachte. Für solche Projekte erhielt er 2018 das Bundesverdienstkreuz. Doch Hannover ringt noch immer mit seiner kolonialen Vergangenheit: Carl Peters, der für Massaker in Deutsch-Ostafrika verantwortlich war, wird im Engesohder Stadtfriedhof als Held geehrt. Ein Denkmal für ihn steht am Bertha-von-Suttner-Platz – wenn auch eine Tafel mittlerweile seine Verbrechen benennt.
Bankole unterstützt die politische Initiative Hannover wehrt sich, die sich gegen Rassismus, Antisemitismus und rechtsextreme Strömungen stellt. Trotz seines Engagements fürchtet er jedoch eine wachsende Feindseligkeit in Deutschland.
Seine Geschichte zeigt Fortschritt und gleichzeitige Widerstände: Während seine Integrationsprojekte Menschen verbinden, bleiben Symbole kolonialer Gewalt in Hannover präsent. Der Aktivist gibt nicht auf – doch seine Sorge über den Rassismus im heutigen Deutschland wird immer lauter.