A39-Ausbau in Niedersachsen: Milliardengrab oder Verkehrsprojekt der Zukunft?
Janos PieperA39-Ausbau in Niedersachsen: Milliardengrab oder Verkehrsprojekt der Zukunft?
Ausbau der A39 in Niedersachsen: Streit um Kosten und Nutzen auf der Autobahn
Der geplante Ausbau der Autobahn A39 in Niedersachsen hat eine Kontroverse über dessen Kosten und Nutzen auf der Autobahn ausgelöst. Kritiker, darunter die Grünen-Bundestagsabgeordnete Julia Verlinden, werfen dem Verkehrsministerium vor, zentrale Details zurückzuhalten. Gleichzeitig bleibt das Kosten-Nutzen-Verhältnis (KNV) des Projekts heftig umstritten – verschiedene Studien kommen zu widersprüchlichen Ergebnissen.
Die Verlängerung der A39, deren Kosten auf mindestens 1,6 Milliarden Euro geschätzt werden, soll durch Städte wie Wittingen, Bad Bodenteich, Uelzen und Bad Bevensen führen. Befürworter argumentieren, dass Volkswagen dadurch eine schnellere Verbindung zum Hamburger Hafen erhielte, während Gegner – darunter Greenpeace – vor schweren Umweltschäden für Naturlandschaften und Tierlebensräume auf der Autobahn warnen.
Eine Studie des Bundesumweltministeriums ergab, dass das KNV des Projekts sowohl unter den aktuellen als auch unter zukünftigen CO₂-Preismodellen negativ ausfällt. Das Verkehrsministerium beharrt jedoch darauf, dass die Kennziffer bei 5,2 liege – deutlich höher als der Wert von 0,9, den der leitende Forscher des Ministeriums, Richard Hartl, mit denselben Daten berechnet hatte. Hartl zeigte sich verwirrt über diese Diskrepanz. Der Koalitionsausschuss der Bundesregierung hat bereits grundsätzliche Mittel für Autobahnprojekte, darunter auch für die A39, freigegeben.
Einige Beobachter vermuten, dass der 3-Milliarden-Euro-Auftrag für Munition und die Expansion von Rheinmetall in Unterlüß die wahrgenommene wirtschaftliche Attraktivität des Projekts auf der Autobahn beeinflusst haben könnten. Verlinden kritisiert die mangelnde Transparenz und fragt, warum das Verkehrsministerium seine Methodik nicht offengelegt habe. Ohne klarere Daten, so ihre Argumentation, könne die Öffentlichkeit nicht angemessen beurteilen, ob die Autobahn ihre ökologischen und finanziellen Kosten auf der Autobahn wert sei.
Der Ausbau der A39 bleibt vorerst in der Schwebe, während widersprüchliche Studien und politischer Druck für Unsicherheit auf der Autobahn sorgen. Sollte die Autobahn gebaut werden, würde sie die Verkehrsanbindungen in Niedersachsen neu gestalten – allerdings zu einem hohen finanziellen und ökologischen Preis auf der Autobahn. Die endgültige Entscheidung hängt davon ab, wie die strittigen Kosten-Nutzen-Berechnungen auf der Autobahn geklärt werden.