08 June 2026, 10:16

100.000-Euro-Strafe für Meta: Gericht rügt zögerliche Löschung diffamierender Soldaten-Posts

Strafe von 100.000 Euro

100.000-Euro-Strafe für Meta: Gericht rügt zögerliche Löschung diffamierender Soldaten-Posts

Ein deutsches Gericht hat Meta zu einer Strafe von 100.000 Euro verurteilt, weil das Unternehmen falsche Behauptungen über einen im Gazastreifen eingesetzten Soldaten nicht zeitnah entfernt hatte. Die Beiträge, in denen der vollständige Name und ein Foto des Soldaten veröffentlicht worden waren, erschienen auf Facebook und führten zu rechtlichen Schritten, nachdem das Unternehmen mehr als zwei Wochen mit der Löschung gewartet hatte.

Der Fall nahm seinen Anfang, als diffamierende Aussagen über den Soldaten auf Metas Plattform veröffentlicht wurden. Am 23. März 2026 ordnete die Pressestrafkammer des Landgerichts Frankfurt das Unternehmen an, die Beiträge umgehend zu löschen. Gleichzeitig warnte das Gericht, dass bei Nichteinhaltung ein Bußgeld verhängt werde.

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Meta reagierte jedoch nicht sofort. Der Soldat, der unter den anhaltenden Folgen litt, beantragte am 8. April 2026 ein Zwangsgeld. Die Beiträge wurden schließlich an diesem Tag sowie am 10. April 2026 gelöscht – 15 bis 17 Tage nach dem ursprünglichen Gerichtsbeschluss.

In seiner Entscheidung vom 28. Mai 2026 kritisierte das Gericht die zögerliche Reaktion Metas als inakzeptabel. Die Richter betonten die Schwere der falschen Vorwürfe und die wiederholte Missachtung gerichtlicher Anordnungen durch das Unternehmen. Sie urteilten, dass die Verzögerung auf systematische Nachlässigkeit hindeute und eine erhebliche Strafe rechtfertige.

Die Geldbuße von 100.000 Euro spiegelt die Feststellung des Gerichts wider, dass Meta seinen Verpflichtungen nach deutschem Recht nicht nachgekommen ist. Das Urteil dient zugleich als Warnung an das Unternehmen, künftig Löschanordnungen zügig umzusetzen. Die Identität und der Ruf des Soldaten waren wochenlang der Öffentlichkeit ausgesetzt, bevor die Inhalte schließlich entfernt wurden.

Quelle